Lieder zum Ostermorgen

Es tagt, der Sonne Morgenstrahl
Weckt alle Kreatur.
Der Vögel froher Frühchoral
Begrüßt des Lichtes Spur.
Es singt und jubelt überall,
Erwacht sind Wald und Flur.

Wem nicht geschenkt ein Stimmelein
Zu singen froh und frei,
Mischt doch darum sein Lob darein
Mit Gaben mancherlei
Und stimmt auf seine Art mit ein,
Wie schön der Morgen sei.

Zuletzt erschwingt sich flammengleich
Mit Stimmen laut und leis’
Aus Wald und Feld, aus Bach und Teich,
Aus aller Schöpfung Kreis
Ein Morgenchor, an Freude reich,
Zu Gottes Lob und Preis.

Text und Musik: Werner Gneist (1929)
in Die Mundorgel (1953)

* * *

Es taget in dem Osten,
Es taget überall.
Erwacht ist schon die Lerche,
Erwacht die Nachtigall.

Wie sich die Wolken röten
Am jungen Sonnenstrahl!
Hell wird des Waldes Wipfel
Und licht das graue Tal.

Die Blumen richten wieder
Empor ihr Angesicht;
Mit Tränen auf den Wangen
Schau’n sie ins Sonnenlicht.

Und könnt‘ ein herbes Leiden
Je trüben deinen Mut:
Schau hoffend auf gen Himmel,
Wie’s heut‘ die Blume tut,

Und Frieden kehret wieder
Zu dir und Freud‘ und Lust,
Und wie’s auf Erden taget,
So tagt´s in deiner Brust.

Text: Hoffmann von Fallersleben , 1831
Musik: Erwacht von süßem Schlummer von F. K. L. Scholinus (1882-1816) oder auch Altniederländische Volksweise ? , auch vertont von Joseph Gersbach , 1831 ?
in Deutsches Lautenlied (1914) — Lieder für höhere Mädchenschulen (1919)

* * *

Jeden Morgen geht die Sonne auf
in der Wälder wundersamer Runde
Und die hohe, heilge Schöpferstunde
jeden Morgen nimmt sie ihren Lauf

Jeden Morgen aus dem Wiesengrund
heben weiße Schleier sich ins Licht
uns der Sonne Morgengang zu künden,
ehe sie das Wolkentor durchbricht

Jeden Morgen durch des Waldes Hall´n
hebt der Hirsch sein mächtiges Geweih
Der Pirol und dann die Vöglein alle
stimmen an die große Melodei

Text: Hermann Claudius (1937)
Musik: Karl Marx (1947 ?)
in Die Mundorgel (1953) — Liederbuch SPD Hildesheim (ca. 1990) —

* * *

Noch ahnt man kaum der Sonne Licht
Noch sind die Morgenglocken nicht
Im finstern Tal erklungen

Wie still des Waldes weiter Raum
Die Vöglein zwitschern nur im Traum
Kein Sang hat sich erschwungen

Ich hab mich längst ins Feld gemacht
Und habe schon dies Lied erdacht
Und hab‘ es laut gesungen

Text: Ludwig Uhland (1787-1862)
Musik: Joseph Gersbach (1787-1830)
in: — Lieder für höhere Mädchenschulen (1919) —
auch vertont von Karl Friedrich Curschmann (1805-1841) , Hermann Gustav Goetz (1840-1876) , Conradin Kreutzer (1780-1849) , Johann Friedrich Bonneval de La Trobe (1769-1845) , Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869) , Anton Grigoryevich Rubinstein (1829-1894)

* * *

Mein Fenster geht nach Morgen
nach Morgen geht mein Sinn
da ziehen meine Sorgen
und meine Sehnsucht hin
Lalalalala….

Ihr Mitternachtsgesichte
nun weichet weit zurück
mich grüßt vom reinen Lichte
der erste frühe Blick

Die Luft um Brust und Locken
mir spielt frisch und mild
wohin denn willst du locken
o Luft so gotterfüllt?

Die fernen Klänge dringen
so rührend an mein Ohr
hinauf möcht ich mich schwingen
zum Aufgang hoch empor

Das goldne Tor steht offen
die liebe Stimme spricht
da weilt mein süßes Hoffen
da weilt das ew´ge Licht

Text und Musik: Heinrich Grahl (vor 1927)
in Wander-Liederbuch für deutsche Mädchen (1927)

* * *

Schon macht sich auf der Morgenwind
und zieht durch Busch und Baum
und rührt an Halm und Blume lind
befangen noch im Traum
und kost und neckt und wird nicht müd
und singt sein frisches Lied
Vorüber ist nun bald die Nacht
ihr Blumen all´ erwacht
Ein ros´ger Schein durchweht den Hain
Die Sonne kommt: Erwacht!

Und Farbe, Licht zusammenfließt
in helle Purpurglut
auf Blätter, Blüten sich ergießt
des Sonnengottes Flut
Da eht ein Schauer durch die Welt
von Lebensdrang geschwellt
zum Licht, zur durft´gen Maienpracht
ihr Schläfer all erwacht
Befreit die Brust
zu Lieb und Lust
ihr Herzen all´ erwacht

Text und Musik: Adolf Menzel – um 1925
in: – Liederbuch des Thüringerwald-Vereins (1927) –

* * *

Wach auf meins Herzens Schöne
Herzallerliebste mein
Ich hör ein süß Getöne
von kleinen Waldvöglein
die hör ich so lieblich singen
ich mein, ich säh des Tages Schein
vom Orient her dringen

Ich hör die Hahnen krähen
und spür den Tag dabei
die kühlen Windlein wehen
die Sternlein leuchten frei
singt uns Frau Nachtigalle
singt uns ein süße Melodei
sie neut den Tag mit Schalle

Der Himmel tut sich färben
aus weißer Farb in Blau
Die Wolken tun sich färben
aus schwarzer Farb in grau
die Morgenröt tut herschleichen
wach auf, mein Lieb, und mach mich frei
die Nacht will uns entweichen

Text und Musik: anonym aus dem 16. Jahrhundert
zuerst in Kretzschmer : Deutsche Volkslieder (1841) —
u.a. in Deutsches Lautenlied (1914)

* * *

Wachet auf! Wachet auf!
Es krähte der Hahn
die Sonne betritt
ihre goldene Bahn

Text und Melodie: Johann Jakob Wachsmann (1791 – 1853)
Kanon zu zwei Stimmen

* * *

Quelle: http://www.volksliederarchiv.de/morgen-abend

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